Lust auf ein eigenes Leben?

Wie mache ich meiner Frau klar, dass ich auf SM stehe, sie aber ganz eindeutig nichts damit zu tun haben will? Wenn es nicht stattfindet, wem hilft es?

Dazu einmal in die Kontroverse gegangen

Dreck, verschlossen sein, verwahrt werden, in ein wirklich neues, endgültiges und fremdbestimmtes Leben geführt werden, zu lernen, ohne eigene Ansprüche auszukommen, mehr noch, die Ansprüche anderer beachten, berücksichtigen, gar bedienen. Willfährig. Das ist keine leichte Aufgabe, auch für den nicht, der sich nichts sehnlicher wünscht, als das.

Wo sind Begehren und Begierde, Zwanglosigkeit, Spontanität, Lust und dieses einstige Gefühl geblieben?

In wohl nahezu allen Liebesbeziehungen spielt Sex eine der bedeutenden Rollen, zumindest am Anfang, es mag sein, dass sich nicht alles um Sex dreht, aber doch ist es sehr viel. Im Laufe der Zeit lässt es in den meisten Beziehungen jedoch wieder nach, kommt sogar in vielen dieser Beziehungen komplett zum Stillstand, wenn man einmal von wenigen Übereinkünften im Jahr absieht. Die Sexualität in unseren Köpfen aber, die rennt weiter, holt sich ihre Bilder, ihre Taten und ihre Wahrheiten, egal, ob wir diese unserer Partnerin mitteilen oder doch besser verschweigen. Bordelle gibt es im gesamten Land und es werden nicht nur die Single-Männer sein, die dort das Geschäft mit dem schnellen, anonymen Sex ankurbeln.

Man kann nicht alles haben. Man muss auch gönnen können.

So zumindest schlägt es mir gern entgegen, wenn ich diese Themen der eigenen und vor allem gelebten Sexualität anspreche. Aber die Filme laufen schließlich auch ungebremst weiter, in uns. Mit uns. Ohne unsere Partnerin dann aber. Zumindest physisch.
Soll das so sein?

Wer kann von sich behaupten, sein Leben zu leben? Dabei geht es nicht um Kompromisse.

Gilt es, vor ihr, dem Weib, das uns so nah ist, näher, als wohl alle anderen Menschen, eine verschobene Moral aufrecht zu erhalten? Oder gilt es, ihr zu gefallen? Wollen wir uns verbiegen, weil es unwichtiger ist, uns auszuleben, unser Leben zu leben, als das Ihre? Ihr Leben zu leben, mit ihren Ansprüchen ist uns mehr Wert, als unsere eigenen Ansprüche zu leben?
Wie sieht sie das?

Ich lebte die Leben der Frauen, mit denen ich zusammen war

Wie sieht sie das, wenn sie ihr Leben lebt, in das wir uns mit einzupressen versuchen? Sie verzichtet auf nichts, während wir unseren Verzicht üben? Ist das Beziehungsarithmetik? Oder ist das schlichtweg Macht? Ihre Macht.

Sofafarbe, Wandfarbe, Krawattenmuster, Sex-Stellungen, Urlaubsort


Was davon gehört euch? Ihr lasst es zu, dieses deutliche Ungleichgewicht, was rein gar nichts mit dem Thema zu tun hat. Denn das verbietet sie euch. 

Was also lebt ihr? 



Kommentare:

  1. Wie wahr gesprochen, es geht meiner Meinung nach sogar noch viel weiter.
    Wir sind Sklaven jener die Macht ausüben und die Macht vom Kollektiv geschenkt bekommen, wir sind versklavt im Kollektiv, wie die Ameisen.
    Du Michel findest in Deiner Herrin, so sie dich eines Tages vollkommen versklavt hat, wenigstens genau jenen Menschen, jene Kraft, der Du dich hingeben durftest.
    Deine Herrin hat Dich aus dem Leben genommen, hat Dich zum - ich hoffe schönsten - Teil Ihres Lebens gemacht.
    Damit schenkst Du Ihr auch eine wesentliche Lebensqualität, nämlich jene, zumindest über einen anderen Menschen unbegrenzte Macht zu besitzen.

    Ich wünsche Euch beiden, möget Ihr noch lange diesen Weg unbehelligt beschreiten und möge Deine Herrin möglichst wenig unter der Macht, der Repression die vom Staat und der Masse ausgeht leiden.
    Es wäre schön, könnte man ein loses Kollektiv von Herrinnen und Sklaven installieren, sich gegenseitig helfen, die Unbill des Alltags fern zu halten, wo sie unausweichlich ist, elegant und stressfrei zu bewältigen.

    alles liebe

    ein Wesen das sich ähnlich empfindet, wie du es tust, allerdings noch nicht privat versklavt ist. (sich aber aus dem Betrieb der Gesellschaft genommen hat....)

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    1. Guten Morgen,
      ich durfte und darf mich ihr hingeben, weil sie mich gefunden hat, weil ich auf der Suche war, weil ich mich angeboten habe. Ich habe mich erstmals niemandem angeschlossen, mit dem ich mein Leben nicht leben kann. Das aber tun die meisten, die darunter leiden, unter diesen faulen Kompromissen. Sie sind mit Partnerinnen zusammen, die ihnen diese Lebensqualität entreißen und sie merken es nur durch ihren Frust, den sie immerzu schlucken und ihn sich schön reden.
      Grüße
      michel

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