Montag, 20. März 2017

Was hat es auf sich mit dem Leiden?

Es gibt Positionen, die dafür da sind, dann eingenommen zu werden, wenn eine äußere Einwirkung einfach nicht gestört werden soll. Abrichtung, eines unserer Themen, ist so eine äußere Einwirkung. Als Sklave dann langsam auf eine Position vorbereitet zu werden, ihr zugeführt zu werden, kommt, wenn es eine Position von wiederkehrendem Charakter ist, einem Ritual gleich.

Ankündigung, Vorbereitung, Zuführung und Sicherstellung einer Positionierung

Mit der Ankündigung fängt es an, hier, bei uns ist es der Wochenplan, den ich am Anfang der Woche ausgehändigt bekomme, auf dem geschrieben steht, was ich wann wohl zu erwarte habe. Und mit der Ankündigung steht die Wahl der Instrumente für die Herrin wohl auch bereits fest, nehme ich an, auch, wenn sie dieses nicht über den Wochenplan kommuniziert.

Wenn ich mich zum vereinbarten Zeitpunkt am vorgesehenen Ort, meistens in ihrem Domina-Studio, einfinde, liegt alles schon bereit. Wenn ich zuvor die Zeit in Verwahrung verbringen musste, in der Kiste in Isolationshaft von ihr gehalten wurde, bleibe ich meistens so lange noch weggesperrt, bis sie die Vorbereitungen abgeschlossen hat. Die Kistentür öffnet sich und erst dann sehe ich, was sie mit mir vorhat.

Dann werde ich den Instrumenten zugeführt, die bereitliegen, werde eingefasst, verschraubt, gebunden, vergurtet oder geschnürt. Leder, Holz, Metall, Gummi oder Seil nehmen mir dann langsam und leise immer mehr Bewegung, Freiheit und Radius, engen mich ein, weisen mich zurecht, spreizen mich auf, hindern mich an immer Bewegungen und festigen mich in einer ganz bestimmten Position,

Mit dem entscheiden Vorgang, der meine Gegenwehr vollkommen ausschaltet, tritt dann die Sicherstellung meiner Position ein. Bis dahin ist es für die Herrin Arbeit und Vergnügen zugleich. Arbeit, weil sie sich den ungehinderten Zugriff auf mich und meinen wehrlosen Körper sichern will. Vergnügen, weil es ihr Spaß mache, Freude bereitet, mich diesen Positionierungen langsam zuzuführen.

Das jedoch findet nicht aus einem spielerischen Ansatz statt, sondern ist immer mit einem Aspekt der Abrichtung verbunden, oder mit ihrer Lust am Sadismus. Um meine Lust geht es dabei tatsächlich nicht mehr, diese Zeiten sind sehr selten geworden, wenn ich recht überlege, kann ich mich nicht daran erinnern, wann es das letzte Mal rein um mein Vergnügen ging?

Ich weiß, es geht nicht um den, der dient, und auch weiß ich, dass dieses Leben in mir angelegt ist. Trotzdem es nicht um mein Vergnügen und nicht um die Befriedigung oder Stimulation meiner Lust geht, sehe ich mich doch genau dort angekommen, wo ich immer sein und landen wollte.

Keine Wahl zu haben, befriedigt mich in meinem Leben als Sklave

Ja, die Parameter meiner Befriedigung, meines Glücks und meiner Zufriedenheit sind mittlerweile identisch, Befriedigung empfinde ich nur noch in geistiger und emotionaler Weise, Psyche wird in ihrer deformierten und abgerichteten Struktur sehr befriedigt. Körperlich jedoch mag ich es nicht mehr Befriedigung nennen, denn befriedigt, also einen Höhepunkt hinter mir zu wissen, werde ich nicht mehr, oder kaum noch. Glück und Zufriedenheit jedoch bezeichnen den Umstand, in dem ich mich jeden Tag wiederfinde, denn dieses Leben voller Entbehrung, Erniedrigung und Verzicht, voller Erziehung, Abrichtung und Schmerzen, gebe ich nicht wieder her, dafür, bin ich bereit, jeden Preis zu zahlen.

Ich weiß nicht, wie weit es gehen wird, ich weiß nicht, wo oder ob es irgendwo einmal enden wird. Das sind keine Parameter, die auf meinem Schirm aktiviert werden, nicht mehr.

Das ist Abrichtung, Thema, SM

Aber den eigenen Körper in sichergestellter Positionierung zu wissen, lässt mich auch an nahezu jeder anderen Stelle immer leiser werden. Wer einmal erlebt hat, wie es sich anfühlt, wenn nicht aufgehört wird, trotzdem es über alle Maße hinaus unerträglich ist, Grenzen hinter einem liegen, der wird sich kein zweites Mal einem Umstand hingeben, der Auslöser genau dafür sein kann oder war.

Wenn die Peitsche einfach keine Ruhe findet, die Prügel kein Ende nimmt, kann ich mich dem nur noch hingeben, um ganz genau auf das zu hören, was sie mir in diesem Moment sagt, mit auf den Weg gibt. Wenn alles nur noch brennt, ich aber meinen Körper kaum bewegen kann, so eng und fest fixiert irgendwo liege, positioniert wurde, denke ich nur noch daran, bereit zu sein, alles zu tun, um dort rauszukommen.

Die Worte, die sie dann an mich richtet, mit denen sie richtet, mich anklagt, verurteilt und vollstreckt, kommen dann für mich aus dem Himmelreich ihrer Macht.

Leid, ohne Zweifel

Dann leide ich, daran besteht kein Zweifel, daran mag ich dann erkennen, tatsächlich Sklave zu sein, weil ich in diesen Momenten keine Idee davon habe, mich diesem Umstand durch andere Umstände zu entziehen, sondern mich dem willfährig hinzugeben.

Eins jedoch weiß noch nicht so genau, denn Lust am Leid in dieser Form habe ich scheinbar doch, weil ich alles mit mir machen lasse, mich als minderwertiger Sklave erkenne, der über die Form seiner Abrichtung nicht urteilt.

Der Schmerz fühlt sich für mich immer erst dann gut an, wenn er nachlässt. Aber ich brauche ihn wohl als Begleiter auf meinem Weg, mich selbst zu verlassen.

Und ich freue mich wahnsinnig auf das Eisen, das bald kommen wird.
Ja, letztendlich genieße ich es doch, zu leiden. Ich weiß nur nicht, wie weit es gehen wird und was danach auf mich zukommen wird. Das wird spannend, ich kann es kaum abwarten.

Kommentare:

  1. Du hast in dem Fall auch keine Verpflichtung in der Berufswelt. Du gehst keiner geregelten Arbeit nach und bist auch in dem Fall abhängig von deiner EHEherrin!

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    1. Hi bebbi, doch ich gehe einer, mehr oder weniger geregelten Arbeit nach, noch, ich bin freiberuflicher Projektarbeiter. Dennoch: Sie streicht alles an Geld ein, was ich verdiene, da hast du Recht. Grüße, michel

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