Samstag, 11. November 2017

Sklave, Leibeigen oder Freiheit und wer damit glücklich ist

Einem Sklaven steht nichts zu, das erste, was er verliert, ist sein freies Denken. Meine Abhängigkeit begann im Kopf, lange, bevor ich es bemerkte. Jetzt? Heute? Keine Idee mehr von Freiheit.

Wie, wann, wo hört Freiheit auf? Wer ist frei?

Auch wenn es nicht mehr lustig ist, gehöre ich ihr, der Herrin und ihrer Idee von totalitärer Abrichtung

Am Nasenring geführt, ausgepeitscht, an eine Kette gelegt, in einen Käfig gesperrt, in der Isolationsbox verwahrt - wer so gehalten wird, hat kaum einen anderen Wert, ist damit und dadurch eindeutig entwertet. Wer damit glücklich ist, der soll sich so behandeln lassen, es ist von freier Entscheidung, dieses Leben so zu leben, doch irgendwann kann diese freie Entscheidung zu einem vollkommen unfreien Leben führen.

Sklave, Leibeigen oder Freiheit und wer damit glücklich ist

Ich kann es nicht mehr, bin nicht mehr in der Lage, mir etwas anderes vorzustellen, als unfrei zu sein, mich leibeigen zu fühlen, wirklich dieses Gefühl zu haben, es aus meiner Abhängigkeit heraus zu erkennen, wahrzunehmen, unterdrückt zu werden, hörig zu sein. Für mich ist es ein eindeutig positives Gefühl, mich zu diesem nicht mehr befähigt zu wissen, es nicht mehr zu können, denn auch dieses Gefühl möchte mich leise darauf hinweisen, was ich bin, was aus mir wurde, was ich sein werde.

Nicht darüber nachzudenken, damit war es klar.
"Ich weiß, wie sehr du es hasst, und das bereitet mir gerade richtig große Freude, das macht mich an!"

An meiner Unfähigkeit, mich zur Wehr zu setzen, Widerstand zu leisten, einem ihrer Befehle nicht zu folgen, erfreut sie sich immer häufiger, konfrontiert mich dann sogar damit, genau in dem Moment, in dem ich daran scheitere. Als wir gestern in Hamburg waren, uns über airbnb einquartierten, waren die Möglichkeiten der Herrin, mich zu verwahren, wenn sie keine Verwendung mehr für mich hatte, sehr begrenzt. Aus diesem Grund nahm sie Klinikmaterial mit, um mich ruhigstellen zu können, Maske für Depersonalisation, Pfoten für die Entmenschung und Gurte, für die Fixierung - alles aus Leder. Anstaltsbraun. 

Die Maske zog sie sehr eng an meinem Kopf fest, wesentlich enger, als zuvor, den Halsgurt schnallte sie zudem so, dass ich kaum Luft holen konnte, gerade so in der Lage war, unter erschwerten Bedingungen zu atmen. Zuerst bepfotet, schloss sie anschließend meine Arme jeweils mit dem entsprechenden Bein auf der selben Seite zusammen und legte mich neben sich im Bett ab. Das ist etwas, was ich fürchterlich finde, nutzlos im Bett herumzuliegen, dennoch, die Wahl blieb mir nicht, nicht einmal ansatzweise dachte ich darüber nach, wie ich diesen Umstand vermeiden könnte. Zweimal eine Stunde wurde daraus, Verwahrung unter Schmerzen, einschlafende Gliedmaßen, Enge, wenig Luft - während die Herrin neben mir im Bett döste, schlief. 

Plötzlich eingeschränkt, Verwahrung, wenn es keine Verwendung gibt.
"Du darfst dich gern bei mir ankuscheln!"

Es war mir also möglich, zu verlernen, was Freiheit ist, es zu vergessen, wohl auch, weil Freiheit nicht zu dem passt, was in mir angelegt ist. Trotzdem empfinde ich es als kleines Wunder, den Freiheitsgedanken verabschiedet haben zu können.

Und wer sich einsperren lässt, an die Kette legen lässt, der muss einfach damit rechnen, nicht wieder befreit zu werden, denn das ist der Sinn und das ist der Zweck davon, Sklave zu sein, leibeigen, unterdrückt, gefangen, weggesperrt, verwahrt. Für jeden wird es irgendwann den Moment geben, in dem man es nicht mehr aushält, dennoch nicht befreit wird.

Blog, Thema, SM, Herrin, Sklave, Leibeigen, Glücklich, Verwahrung, Freiheit, BDSM

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