Montag, 30. April 2018

Als Kettensklave bestrebt, weniger zu sein

Angekettet, jede Nacht verbringe ich an der Kette, die mir nur kleinen Platz zuweist. Wenn ich mich umdrehe, fange ich an, zu rasseln, Kettengerassel, ein Sklavenlied.

Nicht nur die Nächte verbringe ich, entfernt von jedem Fluchtgedanken, ausbruchsicher an der Kette. Auch tagsüber legt die Eheherrin mich an die Kette, wenn sie nicht am Hof ist. Oft komme ich dann auf bis zu 20 Stunden Kettenhaltung, ein Kettenleben als Kettensklave. Angekettet zu sein, entzieht mir die körperliche Bewegungsfreiheit, Kettenhaltung erinnert mich daran, Sklave zu sein, unfrei, abhängig, tatsächlich auch physisch fremdbestimmt.

Ich bin nichts anderes mehr, nicht mehr frei, nicht mehr in der Lage, mich zu befreien, ich bin Sklave, Freiheit, von der Kette zerstört.


"Ich treffe mich heute mit einem Mann in Hamburg, du wirst die Zeit an der Kette verbringen!"

Ich habe mich so sehr an die Umstände dieses Sklavenlebens gewöhnt, dass ich mir kein anderes Leben mehr vorstellen kann, außer dieses Sklavenleben als Kettensklave einer Domina und Eheherrin. Das sind die Formen von Abhängigkeit, die mir immer weniger Radius lassen, Radius, den ich aufgrund schwindender Kraft verliere, körperliche und geistige Kraft.

Ich bin Kettensklave, ja, das bin ich, das ist wirklich aus mir geworden, und auch die Kette hat meinen einstigen geistigen Radius gestutzt, weil sie nichts anderes zulässt, außer, sich in ihrem Radius zu bewegen, immer mit dem Geräusch, das sie dabei erzeugt, weil ich die Kette hinter mir herziehen muss, fünf Meter, die Kettenlänge dann meines Lebens hier als Kettensklave.

Keine eigenen Entscheidungen mehr möglich.

"Wenn ich mit dir fertig bin, wirst du keine Idee mehr von Freiheit haben!"

Wenn die Eheherrin Domina irgendwann zurück am Hof ist, bedeutet das noch lange nicht, abgekettet zu werden, Freiheitsgedanken werden dadurch sehr sorgsam nur noch auf die Gnade der Eheherrin Domina ausgerichtet, um zu erkennen, gar nicht frei zu sein und auch gar nicht mehr frei sein zu wollen, als Kettensklave.

Wenn es nicht so gut läuft für mich, sperrt sie mich in den engen Strafkäfig, Verwahrung auf Gitterstäben, meine Erholungsstunde, wie es bei Marie-Gabrielle heißt. In dem Käfig ist es kaum auszuhalten und Bemühungen, mir eine Holzplatte als Sitzfläche zu erbetteln, sind in der Nichtbeachtung gestrandet. Das zusätzlich sehr erniedrigende ist, dass ich mich oft selbst in den Käfig sperren muss, wenn ich zum Hof komme und die Herrin nicht anwesend ist, mir dann per Messenger Chat den Befehl erteilt, mich wegzusperren.


"Ab in den Käfig mit dir! Ich will dich nicht mehr sehen!"

Ich gehöre an die Kette, um nur angekettet stattzufinden, Kettensklave, wertloser Kettendreck, armselige Kreatur, ich Wurm, der kein eigenes Leben mehr führt, der immer weniger Ideen davon hat, was Freiheit ist, ein Idiot, der sich von der Eheherrin Domina in jedes Loch sperren lassen würde, um ihr zu gefallen, um zu tun, was sie verlangt. Was ist Freiheit?

Als Kettensklave bestrebt, weniger zu sein

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