Sonntag, 29. April 2018

Gummisklave, Lederszene, depersonalisiert

Die Vorstellung, irgendwann hinter engem Gummi oder festem Leder zu verschwinden, nur noch schwarze Fläche zu sein, der Kopf, unter einer Maske, reduziert, blind, fast taub, stumm, wird mich zu einer hilflosen, abhängigen Kreatur machen, die darauf angewiesen ist, dass jemand die Leine um meinen Hals in Händen hält. 


In mir steigt das Gefühl auf, darin eine besondere Erfüllung zu finden, befreit zu sein von den Sinnen samt aller relevanten Eindrücke. Gummisklave zu werden, ja, dieses Ziel formulierte die Herrin für mich und jetzt schlägt es bei mir gerade voll durch, ich erkenne, darum betteln zu wollen, so aus vielem herausgenommen zu werden. Es ist wie der Bodenring im Nebenraum oder im Keller, dort angekettet zu werden, dunkel, isoliert, alleine mit mir, ist von ähnlicher Befreiung.

Doch diese Befreiung wird sicherlich irgendwann kippen, in der Isolationskiste kommt mir eine Stunde vor wie sechs oder sieben Stunden, das Zeitgefühl wird entfernt und ich möchte so gern wieder neben der Herrin sitzen. Meine Persönlichkeit ist nicht dafür gedacht, mich sozial sonderlich zu integrieren, vielleicht ist das Sklavenleben auch deshalb so erstrebenswert für mich, weil es alles zu meinen Anlagen gehört, die soziale Untervträglichkeit also auch.

Es ist eine besondere Form von Gewalt, die so einwirkt, Gummi, maskiert, Deprivation, keine Finger, alles fest verschlossen, am Hals, keine Möglichkeit, ohne die Hilfe der Herrin aus diesem Gefängnis zu entkommen. So lange nichts zu sein, um zu erkennen, nichts zu sein. Abgestellt werden, sitzen, kriechen, stehen, liegen, warten, vielleicht gefüttert werden mit den Körperausscheidungen anderer, ein Filmchen gedreht, auf die Straße geschickt, dort vielleicht das Augenlicht gewährt, an Halsband und Leine der Lächerlichkeit preisgegeben. Bitte keine Grenze. Abgemagert, nachts nur nackt, erwischt man mich, wie ich versuche, mir die Reste an Abfällen aus einer Mülltonne zu holen, die vor dem Haus steht.

Oder auf einem Klo sitzend, über den Knien an den Oberschenkeln ein Riemen, der die Beine fest zusammendrückt und zum Hals führt, mich in gebückter Position sitzen lässt. Die Arme sind hinten am Rücken fixiert, der Rohrknebel nimmt die Schwänze auf, die sich in mir entleeren. Niemand sieht, wer hinter dem Gummi bedient, niemand nimmt Notiz von mir.

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