Samstag, 28. April 2018

Kettensehnsucht und die Erinnerung an den Kerker

Es hört einfach nicht auf, in mir alles zu zerstören, was zuvor mein gesamtes Leben war. Im Avalon ließ die Herrin mich davon kosten, wie es sich anfühlt, unten, in einem Keller, in einem Kerker, in einer dunklen Zelle verwahrt zu werden, während sie oben im Licht und in der Sonne den Tag genießt. Nicht zu wissen, ob es Tag ist oder Nacht, hell oder dunkel, warm oder kalt, ob es regnet oder die Sonne scheint, sondern in einem fensterlosen Zellentrakt in die hinterste Kerkerzelle weggesperrt zu sein. Wenn die Herrin geht, schaltet sie das Licht nicht ganz aus, sie dunkelt es ab, so dass ich die Gitterstäbe nur noch schemenhaft erkenne, mich so aber immerzu erinnere, wo ich bin und was ich bin. 

Unten, eine der Kerkerzellen im Avalon.

Die Sehnsucht nach Kerker rast wieder auf und davon mit mir

Seitdem ich diesen Vergleich kenne, muss ich dazu stehen, dort unten einen erstrebenswerten Platz für mich zu erkennen, weil mich das alte Leben anwidert, in jeder Form, umfassend. Ich  lege nicht den geringsten Wert auf Kontakt außerhalb des Themas, so weit ist es bereits, aber die Kontakte, die wir nun nur noch im Thema unterhalten, sehen das in weiten Teilen genauso, legen größtenteils keinen Wert darauf, sich verstellen oder verstecken zu müssen, sich zurückzunehmen, nur, weil es jemanden stören könnte, der mit dem Thema nichts anfangen kann, im Stinoversum.

Kettensehnsucht und die wunderschöne Erinnerung an den Kerker

Bei mir ist es diese Kettensehnsucht, die Erinnerung an den Kerker, an Eisen an meinem Körper, an den Ring, der fest in die Wand eingelassen ist, um daran eine Kette zu befestigen. Es ist die Kette, die zwischen meinen Fußgelenken an den Fußeisen befestigt ist und durch den Ring gezogen wird, so dass ich kaum mehr in der Lage bin, aufzustehen. Ich bin Kettensklave und die Abrichtung der Eheherrin Domina hat mir diese Sehnsucht geschenkt, in irgendeinem Loch angekettet viel Zeit zu verbringen. 

Oben, Lounge und Bar im Avalon.

Meine bescheidenen Anlagen zeigen mir, nur noch dann einen Wert zu besitzen, wenn ich bei der Eheherrin sein darf, mit ihr, unter ihr, wenn ich ihre Anwesenheit erleben darf. Dafür zahle ich jeden Preis und mit allem, mit dem ich bedienen kann. Dass ich arbeiten gehen muss, ist klar, das Geld muss ich komplett abgeben, bekomme es erst gar nicht zu sehen, aber dennoch frustriert es mich, immer wieder den Hof verlassen zu müssen, um zur Arbeit zu gehen. Alles andere an Zeit ist für mich vollkommen befreit von Bedeutung, von Sinn und Zweck. Einzig hier im Blog schreibe ich mir so gern die Finger wund, weil ich kaum fassen kann, dass das hier alles wahr ist, zu meinem Leben wurde, dieser Traum.

"Stück, es ist in dir angelegt, in ein Loch weggesperrt zu werden, denn du warst unfähig, dich in deinem alten Leben zurechtzufinden."

Die restliche Zeit erledige ich hier meine Aufgaben, Putzen, Wäsche, Kochen, Aufräumen. Für das, was dann an Zeit übrig bleibt, lehne ich es ab, frei umherlaufen zu müssen, weil ich damit nichts mehr anzufangen weiß, es sind nun einmal diese Anlagen in mir, die dann ihre Zeit nur im noch Kerker sehen, angekettet, Dunkelhaft, Isolation, das Warten auf die Wiederteilnahme. 

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